Pfingsturlaub 2010 in Istrien - Camping Lanterna


Inhalt der folgenden Zeilen und Fotos ist unser Reisebericht zum Pfingsturlaub 2010 vom 29.5. - 6.6.
auf dem Campingplatz Lanterna in Istrien/Kroatien.
Auch hier wieder in Kopie aus dem Wohnwagen-Forum, daher inhaltlich etwas WW-lastig ;-)

Begonnen hat alles damit, dass wir Pfingsten an die Meckl. Seenplatten fahren wollten.
Campingplätze waren schon herausgesucht, Zwischenstation mit Besuch bei Verwandten und gemeinsame
Unternehmungen mit Bekannten waren schon geplant. Und wie es nun mal so ist - es kam anders, ganz anders.
Grund war die Großwetterlage - ein Bekannter in Berlin meinte, wenn es noch kälter wird, schneit's.
Da hieß es Flexibilität beweisen, kurzfristig das Internet durchsuchen und schon war ein neues Ziel gefunden:
Kroatien! Das liegt bekanntermaßen irgendwo im Süden, wo es warm sein sollte, müsste, könnte .
Einen Mover hatten wir ja jetzt dran, also her mit den winzig kleinen Stellplätzen - wir kommen überall drauf!
Leider war der bestellte Fahrradträger defekt und so mussten wir die Kinderfahrräder auf Kofferraum und
WW verteilen und vielleicht kann man sich für Erwachsene ja eines leihen.
Irgendwo las ich dann was von Reisepässen für Kinder! - Ups, wer hat denn sowas? Bisher waren wir nur
in der EU unterwegs.Also schnell zur Gemeinde und die Mittwoch waren die Pässe da. Irgendwas fehlte
noch, wenn ich es nur wüsste????
Desweiteren wurde ein Cramer Grill bestellt, ein Küchenschrank, ein Flauschvorhang und ein Camping-Spaten
- klappte alles wie am Schnürchen, dank Camping-Kling. Der Urlaub konnte kommen.
Halt - die Anreise!? Wo Zwischenübernachten? Ach, Ossiacher oder Millstätter See, da wird sich schon was
finden, schaut man sich kurz vor Abfahrt nochmal an - ok,alles klar.
Am Donnerstagabend noch mal schnell bei meinem Mercedes-Händler vorbei, ist kroatischer Natur,
ein paar Tipps holen: 1. Man braucht Kuna! Was isn das? Wie? Keine Euro? Uuups!?Achso, es gibt
Wechselstuben, dann geht's ja. 2. Wie ist die Strecke? Alles Autobahn! Ganz neu!Klasse, das passt.
3. Ach ja, und vergiss deine grüne Versicherungskarte nicht! Aaaaaaarghhhhh!!!Ich wusste doch, da war noch was!!!!!
Oh Mann, die einzige, die das weiß, ist meine Sekretärin und die ist im Urlaub!
Also ab in die Firma, Fahrzeugordner durchwühlt - nix. So ein Sch....
Versicherungsmann angerufen: Ich hab noch keine Kfz-Unterlagen von euch!
Schnell alles hingefaxt und dafür am Freitagmorgen eine eingescannte und per Mail geschickte "grüne"
Versicherungskarte ausgedruckt. Wird anerkannt, meinte der V-Mann. Was blieb mir anderes übrig als das
zu glauben!?.
Dann noch mal in Google-Maps nach der Strecke geschaut - Mist, Ossiacher See ist ja viel zu weit, also rein ins Web -
Camping Vierthaler in Werfen ist genau in der Mitte! Schnell angerufen, passt.
Puh, noch mal gut gegangen!
Ich war einigermaßen entspannt dabei die Dachbox zu füllen, lasse parallel noch mal Frischwasser durchlaufen
und denk dabei: solltest doch eigentlich den Boiler schon vorheizen, dann hat Annette unterwegs warmes Wasser,
falls unser Bärchen die Windel vollsch...
Ich hatte kaum den Schalter berührt, fliegt die Sicherung raus!Sicherung wieder rein, nix passiert, kein Saft
mehr in der Box! Da ist doch der Wurm drin, genau wie bei der Reise in die Toscana - drei Stunden vor Abfahrt das totale
Chaos!
Jetzt packte mich doch einigermaßen die Panik, weil so lang ist ja eine Woche Urlaub nun auch nicht,
dass man mal eben "später" fährt, wenn überhaupt. Nach weiteren erfolglosen Versuchen kam mein
Weibchen in den WW: "Bei uns ist ne Sicherung raus, kannste mal schauen!" "Woher weißt du das denn??"
"Na, weil ich grad Bärchens Essen pürieren wollte!" Aha, keine Strom im Haus! Daher kein Strom im WW,
obwohl die Sicherung drin ist!
Etwas Erleichterung kam auf - ich rein, Sicherung gesucht, rein geklickt, zum WW gerannt, Boiler angeschaltet - klack,
Sicherung raus, wieder rein, den Weg kannte ich jetzt, Sicherung rein und wieder zum WW - Strom war da,
Licht ging - noch ein klitzekleiner Versuch mit dem Boiler, nur um ganz ganz ganz sicher zu gehen - klack,
Sicherung raus, jetzt war ich sicher ich wieder rein, meine Frau empfing mich schon leicht angenervt:
"Dann lassen wir halt den Boiler aus" und ich verschwand wieder in den WW - also irgendwo ein Kurzer
auf der 230V-Leitung. Mal eben die 230V Dose auf, was für ein Chaosdann fiel mir ein, ich hatte doch unlängst
mit einem Kumpel wegen der Elektro-Heizung da rumgepopelt.
Ich mir also den Anschlussplan vom Boiler aus dem Internet geholt und siehe da, waren doch zwei
Leitungen aus dem Schalter auf Phase gelegt, statt auf 0 und Phase. Nach 10 Minuten elender Fummelei,
diese klitzekleinen Drähte zusammen mit dem restlichen Gekabel in die eine Lüsterklemme zu kriegen,
war das Problem gefunden und behoben - Boiler an und nix passierte, außer, dass das Betriebslämpchen
leuchtete - wie langweilig.
Die Kids mittlererweile auf 180: "Wann geht's denn los???"
Der Postbote mit dem Ersatz-Fahrradträger kam einfach nicht. Na ja, wenigstens waren ja die Dachträger
gekommen, so dass die Box wenigstens Vorzelt, Zeltmatte, Kabel und Grill aufnehmen konnte.
So, dann schnell mal das Ziel ins Navi eingegeben - sah gut aus. Jetzt konnte es losgehen!
WW aus dem Hof gemovert, ich sag nur: "easy going"!!Inzwischen war es auch schon 13 Uhr,
statt geplant 11.30 Uhr. Da kam tatsächlich der Postbote mit dem Ersatz-Fahrradträger,
aber er konnte uns nun auch nicht mehr aufhalten.
Kaum auf der Autobahn, fing's zu regnen an - na, nix wie weg. Nach 20 km mussten wir halten,
irgendwie schlingerte der Wagen. Trinkwassertank abgelassen und dann lief's besser.
Erster Halt war Hochfelln - Rast für Jannik und Vignette kaufen:
Verkäufer: "Ich hab auch die für Slowenien hier!"
Ich:"Ok."
Verkäufer: "Gilt aber nur 7 Tage!"
Was für ein Mist! Wieso das denn? Na ja, wenn wir dann 8 Tage bleiben, müssen wir da unten halt schauen,
was wir machen ...
Eine Stunde später ging's weiter, natürlich im Regen. Gegen 19 Uhr kamen wir bei Camping Vierthaler an -
echt kleines Plätzchen, aber sehr nett.
Ja, da waren wir also am ersten Zielpunkt der Reise angekommen und so erstmalig bekam man das Gefühl,
dass die kommende Zeit irgendwas mit Urlaub zu tun haben könnte.
Aaaaber zuerst musste der WW natürlich platziert werden - aber nichts leichter als das! Das Teil abgehakt,
den Mover aktiviert und los - oder auch nicht, außer einem Rattern passierte nichts.
Aber das konnte mich nicht schocken, hatte ich das doch noch JEDESMAL beim Movern gehört!
Es war nämlich das Geräusch eines Mover-Antriebes der am WW-Rad abrutscht, einem WW-Rad,
das durch die angezogene WW-Handbremse noch blockiert ist!
Also Handbremse los - und schon bewegte sich die riesige Box wie von Geisterhand zwischen den
Obstbäumen bis sie da stand, wo sie meine Frau haben wollte.
Also genau so:
Bild
Übrigens wären wir hier auch sauber aufgeschmissen gewesen, ohne Mover. Zwar war der eine Camper
gleich dabei sein Auto zur Seite zu fahren als er uns sah, aber ob das Höflichkeit oder mehr ein
"in Sicherheit" bringen war, haben wir nicht erfahren, er ist gleich danach in seinem WW verschwunden
und ward nicht mehr gesehen. Aber wer braucht schon fremde Hilfe, wenn er einen Mover sein eigen nennt.
Leider war es aber auch hier nicht sehr sommerlich - eher nass und "schattig", wir waren kurz vorm Heizung
anwerfen.
Umso größer war dann die Hürde für eine Dusche - das Sanitär-Häuschen war zwar ganz sauber,
das Interieur etwas "antiquiert", aber zugig wars da schon ziemlich. Also haben wir das noch etwas vor uns her geschoben.
Frau Vierthaler war in ihrem Pub im Vollstress, da saß eine Horde losgelassener "Retired Dutch(wo-)/men",
die einen Kaffee nach dem anderen zogen, Lieder sangen, eben eine lustige Camper-Rentner-Gang,
die durch Kärnten von CP zu CP zog (wie Heuschrecken), wie ich nebenbei erfuhr.
Ich meldete uns also an, bestellte Pizza zum Abendbrot - aus dem Gefrierschank - und so zogen wir uns
erstmalig in unser "Zuhause für die nächsten 7 oder 8 Tage" zurück.
Beim Abendbrot stockte Mika plötzlich der Atem - hilfe, ein Sturm! Panik!!Aber nein, das war nur ein Zug,
der auf der anderen Salzach-Seite lang fuhr. An diesem Fluss liegt nämlich der CP, und auch an der Bahnstrecke.
Am nächsten Morgen zeigte der Blick aus dem Schlafzimmerfenster zwar den Schnee auf der Bergspitze,
aber mehr war nicht zu sehen, wegen der Wolken, die da oben feststeckten.
Wir holten uns zum Frühstück leckere frische Brötchen von der Rezeption, aber an draußen sitzen war nicht zu denken.
Abfahrt war geplant für 10 Uhr Fleischmann-Zeit, das bedeutet nach MEZ Sommerzeit 11.30 Uhr.
Also konnte ich noch mal den Gedanken von der Dusche aufgreifen - Duschmünzen gab's an der Rezeption,
ich glaube 1,20 EUR für 7 min. Hm, muss ich mich beim Duschen auch noch beeilen?Aber bei dem Frost ist man eh schnell.
Zum Glück fand ich dann an der Seitenfront auch eine Duschkabine. Dort war der Dampf vom Vorduscher noch spürbar
und direkt über der Duschtasse war eine Art Decke, so dass die Wärme nicht gleich nach oben entschwinden konnte.
Also Mut gefasst und rein in die Dusche. Münze rein und los, als ich fertig war zeigte die Uhr noch 3 min -
Boah, sind 7min lang !!!
Inzwischen war Jannik bereit zum "Aufsitzen", rein ins Auto. Schnell zum Bezahlen.
Jannik war freundlicherweise "geladener Gast" und so mussten wir nur etwas über 20 EUR löhnen,
was dann wieder perfekt zu Platz, Dusche und Service passte!
WW ans Auto gemovert - wer kann der kann,dann alle einsteigen und so verließen wir den Platz wieder über
denselben Hinterausgang, durch den wir gekommen waren - nämlich nicht die offizielle Einfahrt,
sondern die vom Navi angezeigte an der Rezeption vorbei, die aber mit unserem "long vehicle"
auch viel besser zu fahren war (kleiner Tipp).
Hier ein paar Fotos von der Obstwiese, im Hintergrund das Sani-Häuschen und ganz hinten weitere Stellplätze:
Apropos "long vehicle" - es macht doch immer wieder Spaß zu sehen, wie ein solcher WW die Leute in den anderen Autos
beschäftigt, mal erstaunt, mal lächelnd, mal ungläubig und wenn man selbst überholt - auch schon mal erschreckt.
Und ab ging's durch die Tauern, Sorgen musste ich mir keine machen, wenn auch grade mal 2500 km auf dem Tacho waren,
so hatte doch auch dieser Viano schon seine Kräfte bestätigt, sei es beim Beschleunigen auf die Autobahn,
wenn dann manch vorschneller Golf hinter einem gleich zum Überholen auf die zweite Spur zieht,
um dann erfahren zu müssen, dass er erst vorbeikommt, wenn die 90 überschritten sind und ich vom Gas gehe oder
am Drackensteiner Hang, wenn wir dort einfach mal mit 90-100 "hochbrettern".
Da ich diese Stecke noch nie gefahren war, war ich schon gespannt. Aber alles war easy. Die Tunnel waren frei,
d.h. keine Staus oder Blockabfertigung und wir kamen gut voran.
Das Navi wies uns fleißig und zuverlässig den Weg und so klappte alles wie am Schnürchen.
Wir schrubbten Kilometer so lange Jannik gut durchhielt, ließen die meisten anderen WW hinter uns (bis auf wenige Ausnahmen),
da es dank Tempomat und 204 PS auch bergauf mit ca. 103km/h voran ging.
Bei der Ausfahrt Faaker See, dachte ich kurz - "Was? Bis hierher soll ich mit meiner Fatty fahren, um dieses Treffen zu besuchen?
Nie im Leben!!" Nicht nur, dass ich dieses Treffen selbst schon etwas seltsam finde, aber dann auch noch diese Strecke auf einer
Nicht-Reise-Harley, geht ja mal gar nicht!
Wir passierten die Grenze nach Slowenien und fuhren weiter bis zur Raststätte ... - warte, muss mal kurz googlen ... -
ich glaub, es war Vojsko, irgendwas wie "Volvo" jedenfalls. Da brauchte Jannik eine Pause.
Wie immer parkten wir auf einem LKW-Parkplatz.
Bilder
Mika: "Kann ich Fahrradfahren?" - Da das Rad nur im Kofferraum platziert war, durfte er.
Während Annette Jannik wickelte und hinlegte, spielten wir ein wenig Federball, wobei die Herausforderung nicht darin bestand,
den Ball zu treffen, sondern nicht in die Hundehaufen zu treten, von denen die Wiese übersät war.
Ich entschied mich dann dazu, mal zu schauen, was es so in der Raststätte zu kaufen gab, vor allem,
womit man wohl bezahlen muss und war überrascht, dass unser über alles geliebter Euro dafür taugte.
Auch sprach man deutsch oder war es österreichisch- na ja, jedenfalls verstand man gut,
was ich wollte - einen doppelten Espresso! Man muss sich ja fit halten, wenn Frauchen die Ablöse verweigert.
Nach 1,5 Stunden wurde Jannik aus seiner Ruhe gerissen und in den Rolli verfrachtet und weiter ging die Reise.
In Unwissenheit darum, wie schnell man eigentlich fahren durfte, pendelte ich uns so auf 90 - 100km/h ein
und so kamen wir gut voran.
"Papa, dürfen wir iPod spielen? Du hast gesagt, wenn wir wieder fahren dürfen wir!?"
Wir einigten uns darauf: "Wer mindestens 45 min schläft, der darf iPod spielen."
Darauf Mika: "Dürfen wir so lange iPod spielen wie wir schlafen?"Sag noch mal einer die kleinen seien nicht clever ...
Resultat:
Irgendwann, in irgendwelchen Bergen, kurz vor Koper bzw. Capo d'Istria, wie es mal vor den Kommunisten hieß,
hat es dermaßen geschüttet, dass man kaum die Hand vor Augen sehen konnte und musste man schon viel Zuversicht
walten lassen zu glauben, dass das Wetter wirklich für Strandurlaub taugte.
Unterwegs hatte ich mal den einen oder anderen Zweifel an unserem Navi, fehlten doch Autobahnstücken
auf der Karte und wir fuhren zumindest danach mitten durch die slowenische Pampa.
(entschuldige Navi, dass ich an dir zweifelte)
Aber alles wendete sich wieder zum Guten und so erreichten wir Koper. Nach dem Navi und Wegweiser uns
von der Autobahn lotsten, dachte ich mir noch nichts dabei, klangen doch die Worte meines
Mercedes-Verkäufers nach "... alles Autobahn... ".
Als wir dann aber die aus dem Ort fuhren und in Serpentinen sauber bergauf kraxeln mussten,
beschlich mich ein unsicheres Gefühl, ob das eine gute Entscheidung war, so ganz ohne mal auf die Karte zu schauen
nur dem Navi zu vertrauen. Ich hatte parallel mein iPhone-Navigon aktiviert, musste aber feststellen,
dass EU-10, nicht für Slowenien und Kroatien taugte - ja, ja, diese Möchte-Gern-Kosmopoliten.
Ganz verzweifelt war ich aber, als wir den Berg wieder hinunter waren - befanden wir uns doch auf einer kleinen Landstraße
mit Dellen und Löchern, die eine Geschwindigkeit größer 60km/h kaum zuließen. Der WW hopste hinter uns her
und Jannik wurde schier aus seinem Rolli gefedert - schrecklich.
Allerdings kamen uns so viele Deutsche entgegen, dass wir zumindest noch das Gefühl bekamen,
in die richtige Richtung zu fahren. Endlich war der Grenzübergang zu erkennen - wir waren ja perfekt ausgestattet
mit Ausweisen und Pässen, lediglich die gefaxte "grüne Versicherungskarte" machte mir etwas Sorgen,
aber man winkte uns einfach nur durch. Vielleicht hat ja so ein Behindi-Schild in der Frontscheibe doch hie und da eine Wirkung.
Nach dem wir 1-2 km weiter diese Klapperstraßen entlang fuhren kamen wir endlich auf eine Autobahn
bzw. etwas ähnliches. Nur einspurig, aber wenigstens gerade, ohne Löcher und Dellen und unsere Stimmung kletterte wieder,
genau wie die Temperaturen und die Sonne.
Auffällig war die kräftig rotbraune Farbe der Erde an der Autobahn. Dass die auch sehr "anhänglich" ist,
sollten wir noch später erfahren.Dann kam unsere Ausfahrt. Wir tangierten Novigrad, fuhren nach Tar und ich muss sagen,
bis dahin war das auch genau die Strecke, die uns unser Navi vorgeschlagen hatte - gutes Navi, braves Navi.
Zum Lanterna-Camp ging es ein letztes Mal so 2 km richtig holprig zu und wir waren endlich da!
Voller Freude stürzte ich aus dem Auto zur Rezeption, die ja im Marketing-Video so auskunftsbereit
und freundlich angepriesen war. Es standen ein paar Leute an zwei Schlangen und ich wählte mir instinktiv
die hübschere der beiden Mitarbeiterinnen aus. Aber wie so oft - das eine ist die Verpackung, das andere der Inhalt.
Ich säuselte ihr einen netten Gruß entgegen, erwähnte nebenbei unseren großen WW und flehte sie an,
uns einen großen Platz zuzuweisen. Leicht gebrochen, aber gut verständlich: "Wir haben hier so viele große Plätze!
Hier ist der Plan, suchen Sie sich selbst einen Platz und kommen Sie dann zurück und melden sich an!!!"
Wow, hatte die einen Dobermann zum Mittag gehabt? - Blöde Kuh!!
Überwältigt von so viel Freundlichkeit und froh, wieder das Antlitz meiner unwesentlich älteren, aber genauso gut aussehenden,
verständnisvollen und liebenswürdigen und -werten Frau zu erblicken, erklärte ich kurz, was wir zu tun hatten
und alle stiegen ein und wir fuhren mit dem Riesengespann in den CP ein. Wahrscheinlich dachten die meisten,
wie bescheuert man sein muss, seinen Stellplatz samt so einem WW zu suchen, aber wir können unser Bärchen nun mal
nicht einfach alleine im WW lassen, um für 20min zu verschwinden, nur weil wir den CP erkunden müssen.
Also kämpften wir uns durch die Beschreibung und versuchten Plan mit Realität abzugleichen, was gar nicht sooo einfach war.
Wir hatten noch den Tipp "Sektion H" im Hinterkopf, aber alles was wir da entdecken konnten,
waren eher schwierig zu befahrende Plätze - zumindest waren das die, die nicht von Österreichern, Bayern und Schwaben belegt waren.
Schon fast frustriert auf dem Rückweg kamen wir an "E" vorbei - keine Parzellen, viele Bäume, Wiese und Platz,
ein Sani-Gebäude in Reichweite und zwei Stuttgarter Wohnmobile (fascht wie dohoim). Das Meer konnte man leider nicht sehen,
wegen der Bäume, aber nach einer kurzen Diskussion fuhr ich den WW zwanzig Meter rückwärts im Zick-Zack bergauf,
um in unsere "Zielzone" zu kommen. Ich schleppte den WW so weit wie nötig, hakte ab und moverte in gewohnt souveräner Manier
den WW in seine Endposition bzw. die meiner Frau.
Die Stuttgarter WoMo-Fahrer beobachteten das Treiben mit sehr sehr großer Verwunderung und letztendlich war die Neugier so groß,
dass einer ausgesandt wurde, "auf dem Weg zur Toilette" sich nach diesem "Wunderwerk" genauer zu erkundigen,
wozu ich natürlich gerne bereit war.
Laut iPhone-Wasserwaage war der WW noch schief, aber dank meiner Keile und einem Mover, der den WW da locker hochkarrt,
machte ich mir keine Sorgen, ich hatte ja schon eine Idee, wie das bei dem Tandem gehen konnte.
Das vordere Rad auf den Keil, bis oben und dann den Keil für das hintere Rad dagegen gestellt und etwas zurück gemovert
und beide Achsen waren gleichermaßen belastet - perfekt!
Fast genial, könnte man meinen, wäre da nicht die Wasserwaage, die immer noch einen "Linksdrall" anzeigte.
Nach zwei weiteren erfolglosen Versuchen, gab ich die Aktion mit den Keilen auf und erinnerte mich meines Spatens.
Wenn ich den WW an einer Seite nicht hoch genug bekomme, muss ich ihn einfach an der anderen Seite tiefer kriegen.
Ein Mann - ein Wort, den nagelneuen Klappspaten zur Begeisterung meiner Kids in ein echtes Grabwerkzeug verwandelt
und schnell war ein Graben in der schöne braunen Erde ausgehoben, in den man den WW versenken konnte.
Was soll ich sagen - der WW war ohne weitere Aktionen "im Wasser" !!
Wir waren endlich im richtigen Urlaub - in Kroatien, mit Mover und Boiler, geil!!
Alles andere wie Vorzelt und Auspacken war reine Routine, hatten wir doch schon zweimal gemacht.
Nachdem wir sicher waren, dass alles passt, schlurfte ich wieder zur Rezeption. Allerdings ließ ich die hochnäsige Dame
links liegen und stellte mich bei der etwas "optisch" benachteiligten Dame an, allerdings nur, um festzustellen,
dass sie nur wenig freundlicher war. Aber letztendlich war mir das auch egal, ich würde sie noch einmal bei der
Abfahrt sehen und wenn der Rest vom CP passen würde, so sollte es mir recht sein.
Wir waren so begeistert von Stellplatz und Wetter, dass wir den Rest des Abends damit verbrachten,
alles aufzubauen, während die Kids in der Gegend rum sausten - Mika natürlich nur mit Fahrrad -
schließlich war ja in den nächsten Tagen genug Zeit, Sonne, Meer und Palmen zu genießen.
Ja, und wie könnte es anders sein - schon wieder kam es anders als gedacht.
Geweckt wurden wir von einem übel prasselnden Geräusch, welches Maschinengewehrsalven am nächsten kam.
Aber da die Zeit der jugoslawischen Partisanen zum Glück auch vorbei war, musste es wohl oder übel doch
der noch weniger beliebte Sound von extrem stark prasselndem Regen sein, was auch immer der
während unseres Urlaubs in Istrien zu suchen hatte!?
Aber nicht nur, dass es schüttete wie aus Kannen, es gewitterte auch dermaßen, dass die Kinder sich die Ohren zuhielten
und ernsthaft darum baten, wieder nach Hause fahren zu dürfen.
Man konnte quasi zuschauen, wie die Pfützen zu Tümpeln und die Rinnsale zwischen den Plätzen zu reißenden Bächen
wurden und drohten, die gesamte schöne braune Erde über die steile Straße ins Meer zu spülen.
Geläutert von dieser Art Urlaubsempfang kamen neuerliche Zweifel, ob wir die richtige Entscheidung
getroffen hatten: haben wir Jannik jahrelang aufwändig gepflegt und gehegt, um dann mit ihm in Kroatien auf einem CP zu ersaufen?
Dann mussten wir auch noch miterleben, dass nicht nur wir hin und wieder nicht ganz dicht waren,
sondern auch 2 Dachfenster von unserem WW. Ein wahrer Quell frischen Regenwassers ergoss sich
von der Decke auf die Matratze ... zwei Schüsseln konnten weiteren Schaden verhindern.
Kurz nachdem dann erste Ansätze von Stalaktiten zu sehen waren hörte der sintflutartige Regen auf.
Also machte ich mit den beiden Kids unsere erste CP-Begehung - was für ein Anblick: Straßen und Wege waren
zu Flußbetten reißender Ströme geworden, der Kies einer ganzen Tagesproduktion des nahen Steinbruchs wälzte sich zu Tale.
Das Beach-Feld hatte sich zum Wasserball-Tümpel verwandelt ...
Zumindest waren wir uns einig, dass wir einen Tag hier blieben, damit sich Jannik ausruhen konnte,
bevor wir wieder nach Hause fahren würden.
Gegen Nachmittag tauchte dann tatsächlich Klärchen am Himmel auf, so dass der erste Tag mit der Beseitigung
der Wasserschäden vorbeizog: mit Trocknen der Matratze, Trocknen der Schuhe, Trocknen des Vorzeltbodens,
Trocknen der .... Trocknen und nochmals Trocknen.
Die Buben erforschten die braune Adria und wir mussten nachts feststellen,
dass man mit einer Abwaschschüssel im Doppelbett einfach besch.... schläft.
Was die anderen "Nebensächlichkeiten" anging wie Einkaufen und Essen, so war das hier kein Problem,
es gab in der Nähe 2 Märkte, in denen man Lebensmittel kaufen konnte, so man Kuna besaß.
Aber diese konnte man in der Wechselstube erwerben - allerdings erst wieder ab 18 Uhr, wenn man wie ich,
nach 13 Uhr auf die Idee kam, einzukaufen.
Bäcker-Stände gab es einige, "und einmal auch ganz in unserer Nähe". Somit konnten wir die Kids jeden Morgen losschicken,
was wiederum schon etwas urlaubsartiges an sich hatte.
Die Brötchen waren echt lecker, zwar nicht günstiger als in Deutschland, aber dafür etwas größer.
Die Märkte hingegen, war leicht angeteuert.
Als dann am Dienstag ein erfahrenes Lanterna-Urlaubs-Paar in unsere Nähe hincampte, erfuhren wir,
dass außerhalb des Camps ein sehr guter "Konsum" namens "Kiwi" existierte, in dem man Lebensmittel
zu normalen Preisen und guter Qualität kaufen konnte. Auch eine Metzgerei gab es da, deren Cevapcici und Grillwürstchen
sehr lecker waren- ganz im Gegenteil zu dem "gestreckten Grill-Stoff" aus dem CP-Markt,
wenn es überhaupt welchen gab - ihr wißt: nach 13 Uhr.Wobei ich im Nachgang froh war, dass bei mir schon immer
alles verkauft war, so konnte ich mir nach den Versuchen der anderen Nachbarn letztendlich davon abraten lassen.
Auch der Montag startete nicht so toll. Klar, es war nicht kalt, aber doch feucht, vor allem von oben
und immer schwebte das Damokles-Schwert der WW-Stalaktiten über uns. Zumindest ließ dann am Nachmittag
die Sonne wieder aufblitzen, zu was sie in der Lage ist, wenn sie nur wollte ...
Wir entschieden uns, die bei Decathlon erworbene elektrische Luftpumpe endlich zum Einsatz zu bringen
und ließen unser Schlauchboot zu Wasser, welches inzwischen wieder echte Blautöne angenommen hatte
bzw. die volle Durchsicht gewährleistete.
Die beiden Nichtschwimmer-Piraten wurden an die Leine gelegt und konnten sich so, dank ihrer unglaublichen
seemännischen Fähigkeiten in Kreiselbewegungen Millimeter für Millimeter aufs offene Meer hinaus arbeiten -
soweit die angebundene Wäscheleine das eben zuließ.
Unser Abendbrot resp. vecera wollten wir im schönen Strandrestaurant einnehmen, allerdings begann just in diesem Moment
die Live-Band ihre ersten Instrumente zu stimmen und Jannik war kurz davor aus dem Rolli zu steigen und davon zu rennen.
Also steuerten wir das nahe gelegene, aber doch etwas ruhigere Fast-Food-Dingens an, bestellten uns die
angebotenen Schnellgerichte, die ich persönlich auch schnell wieder aus meiner Erinnerung strich.
Es war zumindest ein schönes Abendrot und das wollten wir uns vom profanen Abendbrot nicht verderben lassen.
Das Wetter hatte sich entschieden in den nächsten Tage stetig besser zu werden, wenn es auch nachts immer noch
regelmäßig "ein paar aufs Dach gab". Während wir uns trotzig nicht vertreiben ließen, zeigte der negative Einfluss
des Wetters bei anderen schon seine Auswirkungen. Der Platz lichtete sich zusehends, so dass wir in unserer visuellen Nähe
nur noch 2 WoMos und einen WW hatte und man noch hin und wieder "mit Fremden reden" musste/konnte.
Um es deutlich zu sagen - ich war froh, dass wir keinen parzellierten Platz gewählt hatten - wir konnten uns ausbreiten,
die Kids spielten, radelten, tobten, jagten den zig Eidechsen nach, ohne, dass es jemanden gestört hätte.
Zu jeder Mahlzeit, die wir dann lieber selbst bereiteten, saßen wir da, wo es uns am besten passte -
immer mit der Sonne bzw. dem Schatten. Das Vorzelt brauchten wir nur abends, da sich dort die Wärme noch etwas länger hielt.
Der Platz war einfach perfekt - für Statistiker: E151 hatten wir offiziell angegeben, E156, E155, E157, E152 haben wir uns mit einverleibt ;-)
Hab mal einen kleinen Lageplan gebastelt und "unseren" Bereich vergrößert
Der nächste Tage begann ähnlich - spätes Frühstück auf E156,
dann Krabbentauchen im Meer,
zwischendurch ein paar Bälle auf dem Beach-Feld schlagen, am Restaurant gab's Freibier, äähh, ich meine Frei-WLAN,
so dass man ein paar Mails abarbeiten konnte. Später am Nachmittag musste man sich zur Eisdiele am anderen Ufer quälen
und ... dann gab's eine Neuerung - Besuch des Kinderspielplatzes mit Pool!
Zum Glück war das Wasser noch recht kalt, da die Sintflut den Pool in einen großen Pott Kakao verwandelt hatte
und man das Wasser komplett ablassen musste. Ich glaube, sonst wären die Buben gar nicht mehr aus dem Wasser gekommen.
Man konnte springen, tauchen und das Wasser sogar trinken! Viel besser als im Meer!
Aber es war sehr kalt, man konnte gar nicht so schnell zittern wie man fror.
Und schön laut war es da, es gab keine angestellten Aufsichtspersonen, so dass sich die entsprechend veranlagten Kids
gegenseitig richtig "einschenken" konnten, die Eltern saßen 5m weiter in der Poolbar und
befüllten sich mit Cocktails - jedem Tierchen ...
Abendessen gab's dann auf E151, mit Live-Band vom Strandrestaurant, allerdings so gedämpft, dass man entweder
mitträllern oder auch sehr gut dabei einpennen konnte.
Bis auf den Ausflug nach Rovinj, der Jannik und seinem Chauffeur fast alles abverlangte, denn die steile Straße
zur Kirche bestand aus extrem grobem Kopfsteinpflaster, was für eine Plagerei.
Dennoch war es sehr schön. Ja, und da das Wetter nun doch noch echt sommerlich wurde, entschieden wir uns,
die Abfahrt einen Tag hinauszuschieben.
Wir verabschiedeten uns aus dem Urlaub mit einem Super-Abendessen in einem der vor der Anlage residierenden Pizza-Grills,
wo man fast jedes Gericht von Spanferkel über Fleischspieße und von Fischplatte bis Riesen-Salat
für unter 10 EUR bestellen konnte, dazu ein leckerer Hauswein - perfekt.
Also begann der Samstag mit den Abreisevorbereitungen - ziemlich unspektakulär.
Vormittags, nach dem Frühstück Fl-Zeit und Ortszeit ca. 12:30 Uhr, ging's mit der gesamten Familie noch mal
ans wunderblaue Meer zum Abschiedsbaden. Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich nicht auch mal sollte -
ich hab gewonnen und die Füße eingetaucht.
Nach einer Stunde waren auch die Kids soweit, dass sie sich noch vom Pool und Spieli "verabschieden" wollten,
da ja inzwischen alle Krabben "weggeguckt" und das Boot schon verpackt war.
Also sprangen wir drei Jungs letztmalig durch die Pools, so mussten wir schon nicht duschen,
und machten dann "endlich" gegen 14 Uhr Fl-Zeit bzw. 16 Uhr Ortszeit Anstalten abzureisen.
Die angebotene Hilfe von unserem Kroatien-erfahrenen Nachbarn konnte ich freundlich dankend ablehnen,
hätte eh nichts genützt, und wedelte stattdessen mit der Fernbedienung des Movers, mit der ich dann einarmig
den WW in Anhak-Position brachte und dem freundlichen Nachbarn eine Träne abrang: so was hätte er auch gern, weinte er.
Ein letztes Mal musste ich in den Raum mit den hübsch-unfreundlichen Damen, um die Rechnung zu begleichen
bzw. Eriks Reisepass auszulösen, der da als Pfand lag.
An einem Schalter plante eine Camper-Dame, dem Slang nach aus dem Pott, den Urlaub für die nächsten 10 Jahre,
die gutaussehende Zicke ignorierte ich aus Prinzip (was der wohl auch sch...egal war, aber man hat ja auch seinen Stolz)
und so wendete ich mich einem "ganz neuen Gesicht" zu, welches zu meinem Glück,
damit ich mich nicht total umgewöhnen musste, genauso unnahbar und distanziert agierte wie ihre Kolleginnen.
Ich vermute mal in dem Gebäude gibt es irgendwo einen Raum, in den die alle gehen können/müssen,
wenn sie mal lachen wollen/müssen und dann können die wieder topp motiviert die Urlauber unfreundlich abfertigen.
Vielleicht hatte ich aber auch nur ein negative Aura - "bad vibrations" ??
Es mussten nur Jannik und Eltern bezahlen, Kinder unter 10 waren frei - es machte 1880 Kuna, also knapp 33 EUR pro Tag.
Kann man grundsätzlich nicht meckern.
Ich streifte mein Harry-Potter-Kostüm ab und verließ diese "Kammer des Schreckens".
Wir kehrten etwas wehmütig und traurig dem Camping Lanterna den Rücken,
wo wir doch in den letzten paar Tagen so viel unglaubliches erlebt hatten.
Außer der bevorstehenden Fahrt, war noch eine Sache, die mich etwas unter Anspannung hielt -
unsere 7-Tages-Vignette für Slo war letzte Nacht abgelaufen ... ich war gespannt,
ob ich mich im Fall einer Kontrolle da rausreden konnte?
Den Weg kannten wir jetzt - mit oder ohne Navi - und wussten auch, dass diese elende Klapperstraße nach der Grenze
der einzig wahre Weg war.
Annette blieb halt während der Fahrt bei Jannik stehen und hielt ihm den Kopf, damit nicht noch mehr darin kaputt ging.
Endlich waren wir auf der Autobahn - ich stellte am Autopilot die 100km/h ein und ging hinter
zu meinen Kindern Kartenspielen.Man muss sich das mal vorstellen! Wie blöd die Amis teilweise sind, oder?
Die 2 Tonnen am Heck hatte ich noch gut im Gefühl, so dass ich mich wunderte wieso der WW etwas schlingerte -
ein Blick auf die Bäume am Fahrbahnrand brachte die Lösung: starker Seitenwind.
Was mich aber nicht davon abhielt, weiter Karten zu spielen, wozu hatte ich einen Autopilot.
Plötzlich hupte es wie wild neben uns - ha, das Auto meines Volleyball-Team-Kollegen überholte uns.
Wir hatten uns zufällig auf dem CP getroffen, sie hatten dort kurzfristig ein Mobilhome gemietet,
und dann natürlich das Beach-Feld aufgemischt. Man muss sich mal vorstellen, wir sind ca. 15 Leute in den Freizeit-Teams
und davon waren 4 in und um Pula und 3 in Lanterna! Zufällig!
Es war ziemlich viel los auf der Piste - viele Slowenen, aber auch viele Rückreisende mit A und D auf dem Nummernschild.
Am liebsten aber mochte ich die, welche mich überholten, um sich dann mit 5km/h weniger als wir vor uns zu setzen,
so dass ich das Spiel mit meinen Kindern unterbrechen musste, um entweder den Störenfried erneut zu überholen
oder den Autopilot neu einzustellen, um weiterspielen zu können.
Wir machten einmal Halt, weil Mika gaaaanz dringend musste - logisch, nicht Pipi, das wäre ja zu einfach.
Was soll man sagen, er fühlt sich auf dem Wohni-Klo einfach wohl und ausleeren muss er ja nicht.
Ohne Probleme fuhren wir mit unserer abgelaufenen Plakette bis zur Grenze resp. Karawankentunnel. Strike, geschafft!!
Oder etwa nicht!?
Plötzlich sah ich einen Mann zwischen den Autos in den Bezahlschlangen rumschleichen, der immer so auffällig
auf die Windscheibe schaute. Man könnte meinen, der schaut ,ob, genug Insekten auf der Scheibe sind,
so dass er mal putzen konnte.
Aber dem war leider nicht so - er suchte offensichtlich Leute, die ohne gültige Vignette unterwegs sind. Als ob jemand sowas tun würde !!
Und bevor wir den rettenden Zahlschalter erreicht hatten, stand er plötzlich in ganzer Pracht seiner Uniform vor uns.
Wir hielten alle die Luft an, schauten treuselig und freundlich dummund er schaute ziemlich lange bei uns auf die Scheibe
und ging schließlich kommentarlos weiter. Ob es unser Blick oder das blaue Behindi-Schild oder vielleicht einfach Kulanz
für einen Tag war weiß ich nicht, vielleicht auch alles zusammen, übersehen hatte er es garantiert nicht,
dennoch er lief kommentarlos zum nächsten Auto - puh, das ging ja grade noch mal gut.
Jetzt, aller Sorgen enthoben, donnerten wir durch alle Tunnels. Zweimal überholten uns unsere Volleyball-Kumpels -
jeweils nach einem Fahrerwechsel bevor wir sie dann "verloren", da sie durchfuhren.
Irgendwo in Kärnten fuhren wir dann auf einen Rastplatz, um Abendbrot zu essen und Jannik eine Pause zu gönnen.
Aber genau den Gedanken hatten wohl alle anderen auch schon gehabt. Es war bis dato sehr angenehm zu fahren,
vor allem auch, weil keine bzw. ganz wenige LKWs unterwegs waren, aber wer jetzt glaubte, es seien keine da,
der irrte gewaltig! Sie waren da, sie standen nur auf den Parkplätzen und lauerten, dass sie weiterfahren konnten!!!
Wir fuhren 2 Schleifen - es war kein Platz zu kriegen und über mehrere PKW-Plätze stellen, wenn's eh schon so voll ist,
dass kann ich dann auch nicht über mich bringen.
Also ging's weiter, und bei Krems in Kärnten war der nächste Versuch und es war richtig frei - wir bekamen einen Busplatz.
Als Rastplatz absolut gut gelegen, man kriegt von der Autobahn fast nix mit und das Rasthaus ist ok.
Erste Frage von Mika - na? wer weiß es schon? Richtig! Aber er durfte nicht!
Stattdessen bot ich mich nach dem Abendbrot zum Federballspielen an.
Dazu setzten wir uns in unser gemütliches zuhause, packten die kroatischen Baguette und die "Kiwi-Beute" aus,
die Kids futterten die grad erworbenen königlich-kaiserlichen Pommes und so fühlten wir uns noch richtig im Urlaub -
Jannik ruhte auf seinem Bett und die Welt war in Ordnung.
Wie versprochen schlugen wir anschließend ein paar Federbälle über die freien Busplätze und nach einer Stunde
nahmen wir die letzte Etappe bis zu Vierthaler in Angriff.
Kurz vor der Ausfahrt blinkten vor uns plötzlich die Warnblinks aller "Weiterfahrer"
und wir rieben uns schadenfroh die Hände als wir die Abfahrt passierten.
Schlafwandlerisch fuhren wir den CP an und gingen um 21.30 Uhr ohne Mover in Park-Position.
Der hilfsbereite Camper von der Herfahrt war immer noch da, aber die holländischen Camping-Schrecken
waren schon weitergezogen, und so war der Platz bis auf 3 oder 4 weitere vermutlich Durchreisende recht frei.
Wir bestellten noch Frühstücksemmeln und gingen dann geschafft von der Fahrt ins Bett.
Wir wollten ca. 10 Uhr Fl-Z losfahren, also standen wir 8 Uhr MESZ auf, diesmal bei strahlendem Sonnenschein.
Beschränkten die Morgenroutine auf das Nötigste:
Auf Duschen verzichtete ich - fürchtete ich doch, sofort etwas von meiner Bräune zu verlieren!
Wir packten Tisch und Stühle aus und genossen ein letztes Urlaubsfrühstück.
Ich tankte dann noch ohne WW, in dem ja Jannik präpariert wurde und pünktlich um 10 Uhr Fl-Z,
also 11.30 MESZ war angehakt und wir machten uns auf den Weg.
Es waren ziemlich viele Sonntagsfahrer unterwegs, also schnell auf die Autobahn!
Kurz vor der Auffahrt dann uuuups - falsche Richtung - hier gehts ja nur nach Slowenien!!!
Die Auffahrt in Richtung Salzburg war doch weiter vorne! Zum Glück waren wir noch nicht am Parkplatz vom Supermarkt vorbei,
der wenn ich mich recht erinnerte groß genug zum Wenden war - gesagt getan, und wir waren wieder "richtig rum".
An der richtigen Auffahrt dann der nächste Schock - Auffahrtsschild durchgestrichen, Umleitung 8km! Supi!!
Also fuhren wir zum Leidwesen aller Motorrad- und Cabriofahrer auf einer wunderbar kurvigen Strecke mit 70-80 km/h
vor diesen her und nahmen ihnen jeden Spaß. Sorry.
An der nächsten Auffahrt dann der Stau, ein kleines Tunnelchen war nur einspurig! Wow,
dann muss der Stau von gestern Abend ja ordentlich gewesen sein, wenn der von hier bis zurück zu unserer Ausfahrt ging!
Ein freundlicher von den KuK ließ uns auch in die Schlange und dann lief das auch bald weiter.
Bis dato war die Fahrerei echt angenehm, man konnte mal überholen, alles war im Fluss - easy going.
Als ob plötzlich ein Schalter umgelegt war oder völlig neue Autos auf die Straße gesetzt wurden
begann ein Gewusel und Gedränge und hektisches Überholen - wir hatten die Grenze nach Deutschland überschritten!
Die nächsten Kilometer waren gewöhnungsbedürftig, die Autobahn war wirklich voll - verträumt mit 80 km/h
vor sich hinfahrende Rentner und Italiener zu überholen war sehr schwierig und ich wusste meinen Zusatzspiegel zu schätzen.
Uns wurde hier deutlich wie schlecht doch die deutsche Autobahn war - konnte ich in A und SLO, wenn nötig,
einbeinig auf dem Standstreifen fahren, so hat diese A8 gar keinen solchen.
Eigentlich ist mir die Strecke bekannt, da ich hin und wieder in Salzburg bin
und ich hatte die gar nicht so schlecht in Erinnerung!? Aber das liegt wohl daran, dass ich dann kaum in die Verlegenheit komme,
die erste Spur benutzen zu müssen, die ist eine echte Zumutung. Jannik wurde durchgeschüttelt,
dass einem das Herz blutete und ich war stets hin- und hergerissen zwischen schnellem Ende mit Schrecken
oder Schrecken ohne Ende: soll ich lieber schneller und noch huppeliger oder langsamer und dafür länger fahren?
Es half alles nichts, in Vaterstetten mussten wir raus, Jannik konnte nicht mehr.
Wir fanden gerade mal so einen Parkplatz zwischen zwei LKW, die anderen vorgesehenen Parkplätze für WW
konnten wir gar nicht erreichen, da total beknackt ausgeschildert
Wow, war das eine Stauhitze auf dem Platz - aber leider konnte ich die Klima ohne richtig Saft nicht benutzen!
Da die Kids das B-King-Zeichen gesehen hatten tigerten wir los, um Eis und Pommes zu erwerben.
Dort angekommen war die Enttäuschung groß - aus technischen Gründen geschlossen.
Na ja, kauften wir die Pommes eben bei Serways: "Zwei kleine Pommes bitte" - "Dauert einen Moment!"
Wir standen zwischen den ganzen schwitzenden und triefenden Leuten und schwitzen und trieften.
Nach zwei gefühlten Stunden bekam ich zwei 5kg-Tüten Pommes auf je einem Pizzateller über den Tresen gereicht!!!
"Entschuldigung, ich hatte zwei KLEINE Pommes bestellt!?"
"Kleine Pommes gibt es bei uns nicht!" - bei der war wohl es ein deutscher Schäferhundgewesen.
Da ich vom Schwitzen und Triefen die Nase voll hatte, verzichtete ich auf eine Diskussion, bezahlte
den Hänger voll frittierter Kartoffeln und wankte aus dem (Saft-)Laden.
Und während ich so überlegte, ob ich vielleicht die ganzen polnischen Trucker um uns herum einladen
oder diese Ernte eines zehn Hektar großen Ackers einfach 50 Cent günstiger pro Kilo direkt vorm Bistro verkaufen sollte,
hatten meine Jungs den Teller fast leer !!!!
Sie sahen aus wie Max und Moritz nach dem Hühnerklau und ich erwartete ehrlich, dass sich jeden Moment die beiden
das ganze "noch mal durch den Kopf gehen lassen" würden, aber nichts passierte.
Ich wunderte mich ein wenig, da das schon untypisch ist für unsere Kinder, aber dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren -
ich hatte ja "NACH" und "nur NACH" den Pommes Eis versprochen!!! Oje, die ärmsten!
"Ihr wollt doch jetzt bestimmt kein Eis mehr, oder?" - und schon gingen wir wieder rein und kauften jedem ein Eis.
Nach zwei verschwitzten und vertrieften Stunden auf diesem Parkplatz packten wir alle wieder ein
und machten uns auf die letzten 180 Kilometer. Alles lief wie gehabt, die Autobahn war echt ätzend, Annette
war regelmäßig bei Jannik, um ihm den Kopf zu halten, die Abstände zwischen "Wann simmer daaaa?" und
"Wie weit isses noch?" wurden immer kürzer, aber das Ziel kam beständig näher ...
Bis, ja bis wir letztendlich doch in einen fetten Stau fuhren. Direkt an der Ausfahrt Dornstadt,
wo dann alle Heimkehrer aufeinander treffen.Aber die Alternative mit unserem Gespann durch Geislingen fahren zu müssen,
war auch nicht so verlockend gewesen und so fügten wir uns unserem Schicksal.
Bis Mühlhausen Stop-and-Go, dann bis zum Drackensteiner Hang zäher Verkehr und den ganzen Hang wieder Schritt-Tempo,
die Auflaufbremse musste ihre Bremsbacken ganz schön zusammenkneifen!
Normalerweise fahren wir mit Gespann in Kirchheim/Teck raus, aber jetzt hatten wir die Nase von Autobahnen so was von voll,
wir fuhren eine Abfahrt eher raus und zwängten uns durch die kommenden Gässchen und Kreisel der zu passierenden Dörfer
und waren dann um 18 Uhr wieder wohlbehalten von unserer tollen Urlaubsreise zurück!!!